Ein Bau, der ewig brauchte
Die Geschichte zieht sich über Jahrhunderte: Start in archaischer Zeit, Neustart in der Hellenistik, fertig erst unter Hadrian. In vier Etappen ist es gut merkbar:
- 6. Jahrhundert v. Chr. — große Pläne unter den Peisistratiden. Nach dem Ende der Tyrannis: Stopp.
- 2. Jahrhundert v. Chr. — Antiochos IV. Epiphanes beginnt neu im korinthischen Stil, Architekt: Kossoutios. Nach seinem Tod wieder Stillstand.
- 86 v. Chr. — nach der Einnahme Athens bringt Sulla laut Quellen Säulentrommeln nach Rom. So rückt der Ort in die römische Geschichte.
- 131/132 n. Chr. — Hadrian vollendet den Tempel und weiht ihn. Danach zählt er zu den großen Heiligtümern des römischen Athen.
Die Größenordnung in Zahlen
104 Säulen
So viele hatte der fertige Tempel, doppelt gereiht. Dicht gesetzt — dichter, als es heute wirkt.
15 aufrecht, eine gestürzt
Heute stehen fünfzehn. Eine weitere liegt seit einem Sturm von 1852 — gut zu sehen, wie die Trommeln greifen.
17 Meter Höhe
So hoch ist jede Säule. Stell dich an den Fuß und schau hoch — erst dann passt die Dimension.
96 × 40 m
So groß der Stylobat, grob. Deutlich größer als der Parthenon — ein Schwergewicht im Mittelmeerraum.
📍 Von Angels Athens zum „Olympieion · Hadriansbogen“
So kommst du von der Wohnung in der Ioulianou 50 hin. Karte ziehen/zoomen für Details.
Was du heute siehst
Weites, offenes Feld. Drei Punkte lohnen sich besonders:
- Die Gruppe der stehenden Säulen — das bekannte Postkartenbild. Von der südöstlichen Ecke bekommst du die Akropolis mit ins Bild.
- Die gestürzte Säule — die Trommeln liegen wie aufgefädelt, sehr anschaulich für den Aufbau.
- Die Fundamentspuren — das rechteckige Podest lässt die Ausmaße greifen.
Hadrianstor — lies die Inschriften
Ein paar Meter vom Eingang, an der Leoforos Vasilissis Amalias, steht der Bogen aus pentelischem Marmor. Er markierte symbolisch die Grenze zwischen dem älteren Athen und der östlichen römischen Erweiterung.
Zwei kurze Inschriften sagen alles — je eine Seite, auf Griechisch:
Mehr braucht es nicht: hier die Stadt des Theseus, dort die Stadt Hadrians. Das Hadrianstor steht auf öffentlichem Gehweg — frei sichtbar, kein Ticket nötig.
Praktisches zum Olympieion
- Adresse: Leoforos Vasilissis Olgas, Ecke Amalias. Zwei Minuten von der Metro Akropoli (rote Linie 2) oder 10 Minuten zu Fuß südlich vom Syntagma.
- Tickets: Einzeltickets und je nach Zeitraum Kombitickets mit weiteren Stätten. Aktuelle Preise auf hhticket.gr prüfen.
- Öffnungszeiten: saisonabhängig; gelegentlich wegen Arbeiten/Sonderfällen angepasst. Vorher kurz verifizieren.
- Reservierung: für den einfachen Besuch meist nicht nötig; in Hochzeiten lohnt der Blick auf die offizielle Plattform.
- Hadrianstor: vom Bürgersteig frei einsehbar.
Wie viel Zeit du einplanst
Offenes Gelände, klare Sichtachsen — der Besuch ist kurz: etwa 20–30 Minuten im eingezäunten Bereich, plus ein paar Minuten am Bogen draußen. Schatten ist rar. Im Sommer: Wasser und Hut mitnehmen.
Gute Fotostandpunkte
- Durch den Bogen zum Tempel — an der Amalias stehen und die Säulen im Torrahmen fassen. Der Klassiker.
- Drinnen, südöstliche Ecke — zeigt die Gruppe der 13 Säulen, hinten die Akropolis.
- Die gestürzte Säule flach — geh in die Hocke und nimm die ganze Länge. Die nach hinten kleiner werdenden Trommeln geben Tiefe.
- Weiches Abendlicht — bei tiefer Sonne werden die Säulen warm und heben sich besser von der Stadt ab.
Gut zu kombinieren
Vom Olympieion sind es nur wenige Schritte zum Nationalgarten, zum Zappeion und zum Panathinaiko-Stadion:
1 · Olympieion + Hadrianstor
Hier startest du und nimmst gleich beide mit.
2 · Nationalgarten
Über die Amalias rüber, dann nach Norden durch den schattigen Garten — gute Pause nach dem sonnigen Feld am Tempel.
3 · Panathinaiko/„Kallimarmaro“
Ein Stück weiter östlich, für einen Sprung in jüngere olympische Geschichte.
4 · Plaka oder Pangrati zum Mittag
Plaka liegt am klassischen Spazierweg, Pangrati wirkt bodenständiger und alltags-athenisch.
So kommst du von Angels Athens hin
Ab Ioulianou 50: ein paar Minuten zu Fuß bis Viktoria, Linie 1 bis Omonia, dort in Linie 2 zur Station Akropoli. Von dort nach Osten zur Vasilissis Olgas gehen. Oder am Syntagma aussteigen und die Amalias nach Süden laufen, wenn du das Hadrianstor zuerst sehen willst.
Häufige Fragen
Brauche ich ein separates Ticket?
Kommt auf dein Ticket und die aktuellen Optionen an. Auf hhticket.gr siehst du, ob das Olympieion in einem Kombiticket steckt oder separat gekauft wird.
Sieht man den Tempel auch von außen?
Die Säulen ragen über den Zaun, sichtbar von der Vasilissis Olgas und der Amalias. Drinnen wirken Größe und Grundform stärker; die gestürzte Säule siehst du aus der Nähe.
Was wurde aus der Kolossalstatue des Zeus?
Sie ist nicht erhalten. Quellen nennen eine kolossale Statue im Tempel; ihr späterer Verbleib ist unklar. Sicher zugeordnete Fragmente fehlen.
Ist der Ort barrierefrei?
Das Gelände ist überwiegend eben, mit Pflaster- und Kieswegen. Für Rollstuhl oder eingeschränkte Mobilität bitte vorab die aktuellen Hinweise des Ortes prüfen. Das Hadrianstor steht am Gehweg.
Quellen:
— Kathy