Fünf Kaffees, die du kennen solltest
Griechischer Kaffee
Sehr fein gemahlen, im bríki aufgekocht und in einer kleinen Tasse serviert. Am Boden bleibt Satz — langsam trinken und den Bodensatz lassen. Diese Zubereitung findest du in vielen Ländern rund ums östliche Mittelmeer und auf dem Balkan; der Name ändert sich je nach Ort.
Frapé
Instantkaffee kalt aufgeschlagen, mit Eis im hohen Glas und dichter Schaumschicht. Laut der verbreitetsten Geschichte 1957 auf der Messe in Thessaloniki entstanden, weil ein Nestlé-Mitarbeiter kein heißes Wasser hatte. Im Sommer bleibt er ein Publikumsliebling.
Freddo Espresso
Doppelter Espresso, mit Eis aufgeschüttelt und kalt serviert. Seit den frühen 2000ern sehr verbreitet: volle Espresso-Intensität, nur kalt.
Freddo Cappuccino
Freddo Espresso mit kaltem Milchschaum obenauf. Für alle, die kalten Kaffee mit Milch wollen, ohne Milchshake-Gefühl.
Filterkaffee
Klassisch oder als Specialty. In modernen Cafés und Röstereien leicht zu finden, in alten kafeneía (traditionelle Kaffeehäuser) seltener. Meist kommt ein kleines Glas Wasser dazu.
Zucker: das zweite Wort bei der Bestellung
In Griechenland kommt Zucker oft schon bei der Zubereitung in den Kaffee, nicht erst danach. Darum braucht die Bestellung ein zweites Wort. Die Stufen:
skétos
Ohne Zucker.
métrios
Etwa ein Teelöffel Zucker. Der gängige Mittelweg.
glykós
Zwei Teelöffel Zucker. Deutlich süß.
glykýs vrastós
Sehr süßer, traditioneller griechischer Kaffee mit längerem Aufkochen. Alte Schule.
So wird’s klar: „Frapé métrios“, „griechischer Kaffee skétos“, „Freddo Cappuccino métrios“. Wenn du nichts sagst, fragt der Barista — oder rät.
Milch und pflanzliche Optionen
Für Kaffees mit Milch sagst du einfach:
- mit Milch
- ohne Milch
- Hafermilch — inzwischen in den meisten Specialty-Cafés und vielen Ketten
- Mandelmilch — seltener, aber in modernen Cafés gut möglich
Griechischer Kaffee: so trinkst du ihn
Die Bodensatz-Regel
Am Tassenboden liegt der Satz. Nicht umrühren, bevor du trinkst. Von oben langsam nippen und aufhören, wenn der Kaffee „schwer“ wird. Kaffeesatzlesen beruht genau auf den Formen, die der Satz hinterlässt, wenn man die Tasse umdreht.
Zum griechischen Kaffee kommt fast immer ein Glas kaltes Wasser. Häufig auch zu Frapé oder Freddo. Erst ein Schluck Wasser, dann der Kaffee — vor allem, wenn er skétos ist.
Frapé: der langsame Sommerkaffee
Frapé gehört zum griechischen Sommer. Hohes Glas, Eis, Strohhalm — und Zeit. Das Eis schmilzt langsam, der Schaum bleibt oben, der Kaffee darf lange auf dem Tisch stehen.
Das erzählt viel über die Athener Kaffeekultur:
- Kaffee ist kein Sprint. Mit einem Glas und Wasser kannst du lange sitzen, niemand drängelt.
- Gespräche halten das Glas kalt. Eiskaffee bleibt, solange die Runde dauert.
- Der Preis kauft dir auch Zeit. Mit 3–4 € in vielen Cafés zahlst du nicht nur das Getränk, sondern auch den Platz für eine gute Weile.
Freddo Cappuccino: die sichere Wahl
Du willst kalten Kaffee mit Milch und bist unsicher? Freddo Cappuccino ist in Athen fast immer eine verlässliche Option. Warum:
- Gibt es fast überall — von Ketten bis zu kleinen Cafés.
- Selbst in einfachen Läden selten eine schlechte Wahl.
- Passt morgens, mittags und nachmittags, ohne schräg auszusehen.
- Gibt dir das typisch athenische „kalt mit Milch“-Gefühl im Glas.
Wo welcher Kaffee gut passt
Specialty-Filter
Röstereien in Exarchia und Pangrati mit Single-Origin und sauberer Extraktion. Nahe Viktoria: mein Kaffee-Guide für Exarchia. Meist 3,50–4,50 €.
Griechischer Kaffee
Am stimmigsten im traditionellen kafeneío oder alten Café. In Plaka wenige, ruhiger in Anafiotika, Mets und alten Vierteln. Sieh auch den Kafeneía-Guide. Meist 1,80–2,50 €.
Freddo
Überall: Ketten, Bäckereien, kleine Take-aways und Specialty. In Ketten wie Mikel, Coffee Island und Gregory’s oft günstiger als Specialty. Etwa 2,50–4,00 €.
Was es kostet
1,80–2,50 €
Griechischer Kaffee im traditionellen kafeneío.
2,50–4,00 €
Freddo oder Frapé in einer Kette.
3,50–5,50 €
Freddo Cappuccino im Specialty-Café.
6,00 €+
In sehr touristischen Ecken von Plaka oder direkt an großen Sehenswürdigkeiten. Zwei Gassen weiter fällt der Preis meist deutlich.
So kommst du von Angel Athens hin
Ab Ioulianou 50 bekommst du Frapé, Freddo Espresso und Freddo Cappuccino in fast jeder Bäckerei oder jedem Take-away ums Eck. Für Specialty geh 12–15 Minuten Richtung Exarchia. Für traditionellen griechischen im kafeneío: Exarchia probieren oder mit Linie 1 von Viktoria bis Monastiraki fahren und ein paar Minuten Richtung Plaka laufen.
Häufige Fragen
Ist griechischer Kaffee dasselbe wie türkischer?
Die Methode ist nahezu identisch: sehr fein gemahlen, Wasser, bríki, Satz in der Tasse. Der Name hängt von Land und Geschichte ab. In Griechenland setzte sich „griechischer Kaffee“ besonders seit den 1970ern durch.
Gibt es koffeinfrei?
Entkoffeiniert gibt’s in den meisten Ketten und in Specialty-Cafés, selten in traditionellen kafeneía. Frag: „Échete ntékafeiné?“
Und der heiße Espresso?
Heißer Kaffee wie Espresso, Doppio, Cappuccino oder Latte ist fast überall erhältlich. Im Sommer dominieren die kalten Varianten. Von November bis März werden heiße Bestellungen spürbar häufiger.
Warum kommt immer ein Glas Wasser dazu?
In Griechenland ist das oft eine kleine Geste der Gastfreundschaft. Das Athener Leitungswasser ist trinkbar und von guter Qualität. Du kannst es vor, während oder nach dem Kaffee trinken.
— Kathy