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Griechischer Kaffee aus dem Briki auf Holztisch in einem traditionellen Kafeneio neben einem Tavli-Brett
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Traditionelle Kafeneia in Athen: Griechischer, Tavli, Meze

📅 5. April 2026 ⏱️ 6 Min. Lesezeit ❤️ Kathy
Ein traditionelles Kafeneio in Athen hat mit einer Kette wenig gemeinsam. Es gibt griechischen Kaffee aus dem Briki, ein Glas Wasser dazu, Tavli, wenige Tische — und oft kleine Meze zu Ouzo oder Tsipouro. Seltener geworden, ja. In Psyrri, Plaka, Exarchia und rund um den Zentralmarkt findest du sie aber noch: Orte, die genau so funktionieren.

Was ein Kafeneio wirklich ist

Ein griechisches Kafeneio ist kein Café im Ketten-Sinn. Es tickt anders als Mikel oder Coffee Island. Für Ketten schau in den Guide zu griechischen Kaffeeketten. Im Kafeneio geht es um langsamen Kaffee, Gespräch, Tavli — und häufig kleine Getränke mit Bissen daneben. Woran du es erkennst:

  • Griechischer Kaffee, kein Espresso. Im Briki gekocht, Kaffeesatz am Boden, kaltes Wasser daneben. Mehr im Kaffee-Guide.
  • Tische zum Sitzenbleiben. Nichts zum Mitnehmen. Du setzt dich, trinkst langsam, niemand drängt.
  • Tavli, Karten, Gespräch. Jahrzehntelang Nachrichtenbörse, Politik und täglicher Treffpunkt der Nachbarschaft.
  • Stammgäste aus der Gegend. Besonders mittags und am frühen Abend sitzen oft ältere Herren am Fenster.
  • Meze, Ouzo, Tsipouro. Am Nachmittag wird es schnell zum kleinen Mezedopoleio (Häppchen-Lokal).

Ein kurzer Hintergrund

Das Kafeneio kommt aus der osmanischen Zeit, mit dem Kaffee, der im östlichen Mittelmeer heimisch wurde. In Athen des 19. und 20. Jahrhunderts war es Treffpunkt, Jobbörse, Ort für Politik und Klatsch. Manche heutigen Läden bewahren genau diese Atmosphäre, andere interpretieren sie neu — zwischen Kafeneio, Mezedopoleio und altem Athener Caféhaus.

Seit den 80ern haben Espresso-Bars, Ketten und neue Gewohnheiten viele alte Kafeneia verdrängt. Die, die bleiben, sind teils echte Nachbarschaftsfortsetzungen, teils bewusste Wiederbelebungen. Beides kann gut sein — wichtig ist, dass du weißt, worauf du Lust hast.

Wo du fündig wirst

Gassen von Psyrri / Monastiraki

Gute Ecke für ältere Kafeneia und Cafés, die mit dem Markt mitlaufen. Schau um die Plateia Iroon und hinter der Athinas-Straße. In Marktnähe geht’s früh los — die Metzger und Fischhändler starten nicht um 10:00 Uhr.

Anafiotika / Plakas Gassen

Kleine Familiencafés und Kafeneia mit Patina. Die Preise sind wegen der Lage oft höher, die Kulisse entschädigt vieles.

Exarchia

Alte Kafeneia neben modernen Specialty-Shops. Auf dem Platz und in den Seitenstraßen bekommst du griechischen Kaffee, Ouzo oder einfach eine ruhige Nachmittagspause. Sieh dir auch den Exarchia-Guide an.

Rund um den Zentralmarkt

Zwischen Athinas, Sokratous und Aiolou sowie in den Hallen des Zentralmarkts sitzen Kafeneia und kleine Garküchen für das Marktpersonal — ab früh morgens. Das Diporto ist das bekannteste Beispiel. Hier der Guide zur Varvakeios-Markthalle.

Pangrati und Kypseli

In Wohnvierteln wie Pangrati und Kypseli bleiben Kafeneia oft bodenständig. Gute Ecken: Plateia Plastira und Plateia Kypselis.

Am Rand — Petralona, Kerameikos, Mets

In weniger touristischen Gegenden wirkt das Kafeneio natürlicher weiter. Mit der Metro kommst du bequem hin — und siehst eine ruhigere Seite der Stadt.

Was es kostet

Griechischer Kaffee

1,50–2,20 € — meist günstiger als ein Freddo bei den Ketten.

Glas Ouzo / Tsipouro

2,50–4,00 € — in traditionellen Läden oft mit kleinem Gratis-Meze (Oliven, Käse, Gurke).

Meze-Teller

4–8 € pro Teller — Taramosalata, frittierte Sardellen, Wurst, Käse.

Zwei Stunden, zwei Personen

10–20 € für zwei Kaffees, je ein Ouzo und einen Meze-Teller.

Tavli im Kafeneio

Die drei Tavli-Varianten

Griechisches Tavli spielt man auf demselben Brett wie Backgammon, oft als Abfolge unterschiedlicher Spiele:

  • Portes — am nächsten am internationalen Backgammon.
  • Plakoto — anderes Anfangsaufstellen; du stapelst Steine statt zu schlagen.
  • Fevga — beide laufen in dieselbe Richtung; fühlt sich fast wie ein anderes Spiel an.

Zwei Spieler wechseln die Variante, Punkte werden pro Runde gezählt. Eine Partie zieht sich gern — besonders, wenn das Gespräch wichtiger ist als das Ergebnis.

Das Thema Rauch

Rauchen ist drinnen verboten. In manchen älteren Kafeneia sieht die Praxis anders aus, vor allem in kleinen Räumen mit vielen Stammgästen. Wenn dich Rauch stört, setz dich draußen oder wähle ein Lokal mit klar abgetrenntem Außenbereich.

So bestellst du

  1. Such dir selbst einen Platz. Meist zeigt dir niemand einen Tisch. Freien Tisch wählen, hinsetzen.
  2. Am Tisch bestellen. Nicht an der Theke. Der Inhaber oder Kellner kommt in ein paar Minuten.
  3. Griechischer Kaffee mit Süßegrad. Sketos (ohne Zucker), Metrios (mittel), Glykos (süß). Wenn du unsicher bist: Metrios. (Sieh dir die Kaffeearten an.)
  4. Erst ein Schluck Wasser. Spült den Gaumen vor dem Kaffee.
  5. Langsam trinken. Der Satz bleibt unten in der Tasse. Rechtzeitig aufhören.
  6. Am Ende zahlen. Bar ist oft einfacher — nicht jedes alte Kafeneio nimmt Karten.
  7. Kein Stress. Kafeneio heißt sitzen, nicht hasten.

Meze, die gut zusammengehen

Zum Ouzo oder Tsipouro kommt oft ein kleiner Meze. Klassiker:

  • Ouzo + Oliven + Feta — bewährte Kombi. Der Anis nimmt Salz und Fett die Schärfe.
  • Tsipouro + gegrillter Oktopus / frittierte Sardellen — Meeresvariante, typisch in Kafeneia mit Mezedopoleio-Charakter.
  • Griechischer Kaffee + Loukoumi — das süße Ende, traditionell zum Kaffee.
  • Griechischer Kaffee + Glyko tou Koutaliou — kandierte Früchte (Kirsche, Feige, Bergamotte) im Mini-Löffel. Mehr Süßes im Süßigkeiten-Guide.

So kommst du von Angel Athens hin

Ab Ioulianou 50 findest du die nächsten alten Kafeneia Richtung Exarchia oder in den Straßen um Patission und Acharnon, etwa 5–10 Minuten zu Fuß. Zum Diporto und den Kafeneia am Zentralmarkt: Linie 1 ab Viktoria bis Omonia, dann 5–7 Minuten zu Fuß. Insgesamt 12–15 Minuten. Für Plaka und Anafiotika fährst du mit der Metro bis Monastiraki und gehst weiter zu Fuß.

Häufige Fragen

Sind Frauen willkommen?

Ja. Früher waren viele Kafeneia Männerorte, und in manchen alten Läden sitzen weiterhin überwiegend ältere Herren. In der heutigen Stadt sind gemischte Gruppen und allein reisende Frauen normal — besonders in Psyrri, Exarchia und Plaka.

Sprechen sie Englisch?

Kommt auf den Laden an. In sehr traditionellen Kafeneia ist Englisch manchmal knapp. Zeig auf die Karte, sag einfach, was du möchtest, und nutz griechische Höflichkeit: „parakaló“, „efcharistó“.

Gibt es mittags richtiges Essen?

Die meisten Kafeneia sind keine Mittagsrestaurants. Für Hausmannskost geh in ein Mageireio wie Krouskas. Manche Kafeneia-Mezedopoleia servieren Teller, die Karte bleibt aber klein und teilt sich gut.

Darf ich den Laptop mitbringen?

Kannst du, ist aber nicht ideal. Ein Kafeneio ist kein Specialty-Coffeeshop, und die kleinen Tische taugen schlecht zum Arbeiten. Für laptop-freundliche Cafés lieber Mikel, Coffee Island oder einen der modernen Spots in Exarchia wählen.

Quellen:

— Kathy