Was kretische Küche ausmacht
Seit den 1960ern ist sie im Gespräch — Ancel Keys, Seven Countries Study. Der Alltag schmeckt einfacher: wenige Zutaten, klar gekocht. Viel Gemüse und Hülsenfrüchte, wenig, aber gutes Fleisch, reichlich Wildgrün und sehr viel Olivenöl.
- Olivenöl — nicht Deko, Grundlage des Kochens.
- Kräuter und Wildgrün — Stamnagathi, Vroúva, Askólymbros. Saisonabhängig, meist gekocht, mit Zitrone und Öl.
- Käse und Paximádia — Graviera, Myzíthra, Anthótyro, Xýgalo Sitías plus Gerstenzwieback für Dakos.
- Fleisch am Feuer — Lamm und Ziege als Antikristó, wenn Platz und Zeit da sind.
- Tsikoudiá (Raki) — klares Tresterdestillat, zum Ankommen oder Abschluss.
Gerichte, auf die ich achte
Dakos
Gerstenzwieback mit geriebener Tomate, Myzíthra oder Xinomyzíthra, Oliven, Oregano, Olivenöl. Klingt simpel — trägt nur, wenn Zwieback, Tomate und Öl wirklich gut sind.
Chochlioí boubouristoí
Schnecken in Olivenöl mit Salz, Rosmarin und Essig. Nicht für alle — aber ein ehrlicher Hinweis, dass die Küche es ernst meint.
Apáki
In Essig mariniertes, mit Kräutern geräuchertes Schwein. Dünn geschnitten als Mezés — passt hervorragend zu Raki.
Sfakianí-Pita
Dünne Pfannen-Pita aus Sfakiá, innen weicher Käse, oben Thymianhonig. Mal Vorspeise, mal Dessert.
Gamopílafo
Reis langsam in kräftiger Fleischbrühe gegart, oft mit Stáka. Satt, festlich — nichts für „noch eben“.
Antikristó / Kléftiko
Antikristó gart langsam gegenüber der Glut. Kléftiko gart verschlossen, meist im Ofen. In Athen siehst du Kléftiko deutlich öfter.
Wo du in Athen kretisch isst
Im Zentrum triffst du kretische Tavernen in drei Spielarten:
- Rund um Omonia und Acharnón — Familienorte mit Mezés, Raki und schlichtem Rahmen.
- Pangráti und Mets — moderner, kretische Produkte, bessere Weinkarten, sorgfältig angerichtet.
- Exárcheia und Seitenstraßen — kleine Stammlokale, oft wie ein Mezedopolío geführt.
Karte: Kretische Tavernen rund um Ioulianou 50
Vier kretische Adressen in Laufweite vom Apartment — von der Platia Kaningos bis Kypseli. Tippe auf die Pins für Adresse und Route in Google Maps.
Woran du eine gute kretische Taverne erkennst
Fünf schnelle Checks
- Raki bzw. Tsikoudiá — steht eine ordentliche Karaffe auf dem Tisch, zieht das Haus die Linie meist durch.
- Schnecken nur, wenn sie passen — lieber fehlen sie an manchen Tagen, als halbherzig serviert zu werden.
- Dakos mit bissfestem Zwieback — Tomate darf anweichen, aber nicht zur Pampe werden.
- Kretische Rebsorten auf der Karte — Vidianó, Vilána, Dafní, Plytó, Kotsifáli, Mandilariá oder Liátiko zeigen Herkunft.
- Honig bei Süßem — Sfakianí-Pita, Kalitsoúnia, Lichnarákia wollen guten Honig, kein schweres Sirup.
Kretische Weine am Tisch
Kreta gehört im griechischen Wein fest dazu. Wenn diese Sorten auftauchen, liegst du selten falsch:
Vidianó (weiß)
Aromatisch, oft reifes Obst, mehr Körper als das einfache Taverna-Weiß.
Vilána (weiß)
Leicht und frisch. Passt gut zu Dakos, Wildgrün und frittierten Mezés.
Liátiko (rot)
Helles, duftiges Rot — feiner als viele schwere Rotweine.
Kotsifáli / Mandilariá (Cuvée)
Kretische Mischung: Frucht vom Kotsifáli, Farbe und Griff von der Mandilariá.
Was es kostet
Ein kretischer Mezés-Tisch für zwei — acht bis neun Tellerchen, ein halber Liter Wein oder Raki — liegt in einer Nachbarschaftstaverne meist bei 35–55 €. In Pangráti oder Mets bist du zu zweit eher bei 60–90 €, besonders mit Flaschenwein.
Nur eine Mahlzeit Zeit? Bestell so:
- Dakos (der Test).
- Chochlioí boubouristoí.
- Wildgrün (was da ist — Stamnagathi oder Vlíta).
- Lamm Antikristó oder Kléftiko als Hauptgang.
- Sfakianí-Pita mit Honig als Dessert.
- Raki zum Schluss.
So bekommst du ein klares erstes Bild der kretischen Küche, ohne dich in der Karte zu verlieren.
So kommst du von Angel Athens (Ioulianou 50) hin
Für Omonia / Acharnón reicht von der Ioulianou 50 meist ein Spaziergang von 7–15 Minuten, je nach Lokal. Für Pangráti und Mets: 3 Minuten zur Viktoria, Linie 1 bis Monastiraki, dort in Linie 3 zum Evangelismós. Von dort 10–15 Minuten zu Fuß. Insgesamt 25–35 Minuten. Mit dem Taxi, je nach Verkehr, etwa 15–25 Minuten.
Häufige Fragen
Ist Raki dasselbe wie Ouzo?
Nein. Kretischer Raki bzw. Tsikoudiá ist ein klares Tresterdestillat ohne Anis — näher an italienischer Grappa als an Ouzo. Trinkt man aus kleinen Gläsern, kühl, nicht eiskalt.
Geeignet für Vegetarier?
Ja. Wildgrün, Gigantes, Dolmádes, Dakos, Fáva, Gemistá, Käsepitas und frittierte Kürbisblüten ergeben problemlos ein ganzes Essen ohne Fleisch.
Sind die Schnecken wirklich gut?
Wenn du Schnecken magst, ja. Boubouristó kommt mit viel Rosmarin, Essig und Olivenöl. Die Textur erinnert eher an einen Meeres-Mezés als an etwas Schweres.
— Kathy